Sonntag, 17. April 2011

"Spurlos- die Entführung der Alice Creed"- Arterton überrascht


Klaustrophobisches Kammerspiel. Genauso klug wie belanglos. Gekonnt höhepunktslos inszeniert, wartet der Film mit seiner eigentlich guten Wendung in der Mitte auf, die wirklich in keinster Form abzusehen war, dennoch bleibt die Bildsprache trocken und blass, die Geschichte erzählt sich aus und die Länge des Films ist zusehens erdrückend, auch wenn es nur 90 Minuten sind. Dafür bleiben die Figuren, so klischeefrei sie teilweise erscheinen, zu eindimensonal.
Bemerkenswert: Gemma Arterton ist schauspielerisch eine kleine rohe Perle, noch nicht perfekt geschliffen aber doch glänzend und schmuckvoll. Potenzial ist vorhanden.
Die anderen beiden Hauptprotagonisten bleiben farblos, glaubwürdig ja, aber das gweisse etwas das sie interessant macht fehlt.

Fazit: Nach der Hälfte immer müder werdendes Thrillerdrama, glaubwürdig verkörpert, twistig, aber zu lang und kalt in seiner Gesamtheit. Überraschender als so mancher Twist, ist da schon die Arterton. Nett, aber kühl.

Bemerkung am Rande: Meine Erwartungen waren nicht niedrig, so wurde ich ein wenig entäusscht, trotzdem möchte ich den Film Thrillerfreunden ans Herz legen. Mit dem Film macht man wenig falsch und interessant ist er ohnehin.


6/10 Punkte

"Orphan"- Die süße Kleine mit dem Hammer




Jaume Collet-Serra (House of Wax) Film "Orphan" ist ein von Anfang bis Ende bedrohlicher Streifen der viel Wert auf Realismus und Charakterzeichnung legt. Ein Horrorthriller mit akzentuiertem Spiel, Suspense und Schocks garniert, aber nicht ünnötig brutal oder eklig.


Vera Farminga mimt die von Leid geplagte Mutter beeindruckend echt und auch die
restlichen Darsteller wissen etwas aus ihren teils genreüblichen Schablonen der Rollen zu machen. Aber jeder muss sich geschlagen geben. Der eigentliche Star ist die gerade einmal 14 jährige Isabelle Fuhrman. Kalt, hart und verführerisch, sie weiß wie sie den Zuschauer in ihren Bann zieht.

Leider gibt es auch hier etwas zu meckern. Der Film mit seiner Länge von 118 Minuten hat zu wenig Drive, erzählt teilweise leider zu sehr in den "Omen" Konventionen und ist generell etwas zu unblutig. Man sollte trotzdem dafür danken das es sich hier nicht um eine fantastischen Film handelt. Völlig frei von Fantasie. Alles rational erklärbar. Desweiteren bietet der Film noch einen herausragenden, manche werden den Kopf schütteln, Endtwist, der den kompletten Film nochmal in einem anderen Licht dastehen lässt. Ein abruptes Ende ist dann noch ein weiterer Kritikpunkt der an sich ansehnlichen Regiearbeit, weit weg vom übertriebenen Splatter eines "House of Wax". Manchmal wirkt das ganze ein wenig unglücklich, als ob der Regisseur mehr Terror-Horror machen wollte, aber Warner ein wenig züchtiger bleiben wollte.

Fazit: Langsam anfangender Horrorthriller, mit zu wenig Tempo, einigen Längen und einem üblichen Storyverlauf. Dagegen steht die Entdeckung Isabelle Furman, ein genialer Twist und gute Charakterzeichnung. Manchmal zu zahmer, aber doch effektiver Horror.

6/10 Punkte


"Harry Brown"- Beklemmende pessimistische Altherrenfantasie mit falscher Botschaft!


Handwerklich sstrein, mit einem tollen Caine, doch rechtfertigt der Film durch seine ruhige Exposition, nur seine unnötige Gewalt gegen Ende. Mittel zum Selbstzweck. Kühler Reißer von der Stange! Die Botschaft, die Polizei kann auch nicht alles alleine, da nehme ich es mal selber in die Hand ist für mich arg ätzend. Bitte versteht mich nicht falsch, ich mag Rachefilme gerne sehen, doch finde ich hier alles zu ernst bebildert, zu realistisch anzusehen. Vielleicht interpretiere ich das alles falsch, aber der Film kann auch als Weckruf gemeint sein. Wacht auf, lasst euch nicht alles gefallen, tut was gegen diese Schweine, wenn möglich auch mit Gewalt. Das ich jetzt zum Moralapostel werde finde ich selbst merkwürdig, doch wo bei "96 Hours" die Action und Unterhaltung im Vordergrund stand ist es hier eher die Botschaft die der Regisseur vermitteln will. Wenn wir dieses Argument einmal ausser acht lassen bemerken wir auch wie dröge dieses Stück Zelluloid ist. Der Unterbau der Figuren ist standartmäßig gehalten. Armer Rentner hat letzten Freund und zieht los um ihn zu rächen und die Peiniger zu foltern.
Kompromisslos und grau. Niemals kommt Freude auf. Keine Hoffnung in Sicht. Oh was für eine böse Welt in der wir doch leben. Da brauchen wir so Menschen wie Harry. Auch wenn wir das niemals machen würden und es gegen das Gesetz ist haben wir doch das Alibi, dass die Menschen die getötet werden doch böse sind. Also nicht aufregen sondern berieseln lassen und sagen: "Hell Yeah zeig es den Pennern!"
Harry bist du ein Held oder selber nur ein verbitterter alter Marine der seine Frustration über sein Leben endlich kanalisieren kann und andere Verbrecher ermordet. Man weiß es nicht...oder vielleicht doch!?

Fazit: Kalkulierter Reißer von der Stange, der nur von Caines Spiel vor dem totalen Absturz gerettet wird...


3,5/10

"Gone Baby Gone"- Überraschend gutes Regiedebüt


"Ben Ist Back, und zwar mit nem Film!"
"Ben wer?"
"Ben Affleck!"
"Was...und der hat Regie gemacht?"
"Joop hat er!"
"Wie jetzt.....und ist der gut?"
"Ohja mein lieber hör gut zu......."

Ein fiebriger Score, elegische Bilder, extravagante schauspielerische Leistungen und eine Regie die zwischen Sozialkritik, Thriller und Krimi gekonnt die Balance hält und einen packt bis zum Ende.

Ben Affleck ist uns ja als Person und Schauspieler ein Begriff, nicht zuletzt weil er für "Good Will Hunting" den Oscar bekam und in Filmen wie "Pearl Habour" und "Daredevil" mit spielte. Mit den beiden Filmen konnte ich nicht viel anfangen und auch mit seinem Spiel nicht. Doch überzeugte er mich in "Jersey Girl" und "Paycheck" und ist mir immer hundert mal lieber als ein ausdrucksloser Matt Damon. Sei es drum, ich kann verstehen das ihn viele als Akteur nicht mögen und ihn annerkennen.

Als ich von seinem Regiedebüt las war ich sehr überrascht und machte mich auf eine Kritikerschelte gefasst, die ausblieb. Und zwar zu Recht.

"Gone Baby Gone" ist ein packendes und stimmiges Stück Film. In der ersten tollen Stunde wird viel Wert auf Charakterzeichnung und die Bezüge der Figuren untereinander gelegt. Die Geschichte scheint logisch und man denkt fast nun ja so ist es wohl. Doch dann holt Affleck den Thrillhammer heraus und serviert uns eine prickelnde letzte Hälfte die noch mit allerlei Wendungen punktet. Besonders sticht Casey Affleck hervor, der einen tollen Spagat zwischen Detektiv der seinen Job macht und betroffenem Mitmensch schafft. Ed Harris als alter Hase im Geschäft macht auch einiges her und der restliche Cast muss sich auch nicht verstecken. Einzig das Drehbuch schwächelt vielleicht ein wenig, denn ich finde die Geschichte ein wenig überkonstruiert. Trotzdem ist das Ende eigentlich nicht vorrauszusehen.

Fazit: Starkes, kraftvolles, sowie packendes Regiedebüt eines Mannes der immer mehr konnte als alle dachten.


8/10 Punkte

"Apocalypto"- Gewaltporno



Ja eigentlich ist nicht viel zu sagen und jedes weitere Wort über dieses Machwerk ist schon zu viel, aber trotzdem probiere ich mal das Mysterium Mel Gibson zu entschlüsseln:

Das Bashing ist gerade sehr krass. Mel Gibson wird fertig gemacht, von seiner Frau beschuldigt rassenfeindlich zu sein und ganz Hollywood dreht im langsam, angefangen mit Hangover 2, den Rücken zu.

Hat er das verdient? Schauen wir uns mal seine Rollen an: Von "Was Frauen wollen" bis hin zu "Lethal Weapon". Meistens eher lustige Rollen, nichts ernsteres. Wenn man jetzt mal von "Mad Max" und dem einen oder anderen Ausflug ins ernste Genre absieht.

Dann wird Mel auf einmal Regisseur. Hmm was haben wir denn hier? "Der Mann ohne Gesicht"! Ein Schicksalsdrama. Okay er macht seinen ersten Film und es ist ein Drama. Klasse Einstieg ins Fach. Dann kommt "Braveheart". Der überbewertete schottische Kriegsfilm um William Wallace. Brutal geht es zu. Aber für einen Film um den Krieg noch sehr erträglich. Aber manchmal scheint doch ein kleiner Fetisch für die Gewalt durchzublitzen. Sei es drum. Der nächste Film: "Die Passion Christi". Ein wirklich gewaltätiger Film. Man weiß wie sehr Jesus gelitten haben soll. Muss man dieses zu exorbitant drastisch zeigen? Ist dies nicht langsam mehr die Befriedigung eines Fetischs? Sucht sich Mel jetzt Stoffe heraus in die er seine Gewaltexzesse sinnvoll hineinbringen kann und immer noch das Alibi hat: Ja so war es doch! Ich zeige die Realität in seiner härte.
Nunja vielleicht war dies ein einmaliges Unterfangen? Aber vielleicht kann uns sein nächster Film mehr Auskunft über die Bedürfnisse seines Regisseurs verraten.

"Apocalypto". Und wer sich nun fragt was das ganze bisher sollte versteht meine Einleitung hoffentlich jetzt. Apocalypto ist ein Film über die Kultur der Maya. Diese Menschen waren wohl sehr gebildet. Bauten beeindruckende Monumente und opferten Menschen für ihre Götter. Die Mischung aus Wilden und Gelehrten trfft es möglicherweise am besten. Die Geschichte die uns Mel erzählt ist nichts besonderes. Dorf wird überfallen, Menschen misshandelt und ermordet, versklavt oder verkauft. Einer kann flüchten und wird verfolgt. Die erste Stunde ist ein Gewaltporno. Das Dorf wird überfallen. Alle werden abgeschlachtet es wird gekämpft, gekratzt, geschlitzt, gewürgt, gemessert, geboxt und getötet. Es scheint so als ergötzten sich die Macher an diesem Schauspiel. Die Menschen werden gefangen genommen. Jedes Leid in Großaufnahme. Jede Wunde. Jedes fließende Blut. Hat Gibson das nötig um uns die Realität zu vermitteln!? Wie es damals gewesen sein sollte. Oder ist das nur eine verlogene Art zu sagen ich musste es so hart darstellen, um sie zeigen wie hart es damals zu ging. Ja okay einmal die Kehle durschlitzen, zweimal, aber beim dritten mal haben wir es doch kapiert und fragen uns ob wir hier "Hostel" meets "Das Dschungelbuch" gucken. Ich frage mich langsam ob sich der gute Mel solche Geschichten heraussucht um seine Gewaltausbrüche, die Aufgeilung daran, gut hinter seiner Realitäts- und Härtemasche zu verbergen. Krank ist es ohne Zweifel. Nötig, dass muss jeder für sich entscheiden. Mir stößt sowas übel auf.

Die Kamera und Darsteller sind sehr gut. Alles ist toll gemacht. Wenn nur dieses Gewaltinferno ausbleiben würde. Ich finde das für einen Mann mit solch einem Talent mehr als ünwürdig und schade. Härte muss diese Geschichte haben, aber mich packt sie auch mit der Hälfte der gezeigten Szenen.

Fazit: Brilliant gefilmtes Gewaltszenario eines Fetischisten!


2,5/10 Punkte

"Für eine handvoll Dollar mehr"- Schwerfälliger Kultwestern


Wenn wir einmal die Kultkruste dieses Films abkratzen erblicken wir doch große Mängel, die wir meistens aus Kultgründen nicht sehen oder sehen wollen.

Zum einen haben wir Lee Van Cleef und Clint Eastwood. Bei diesen beiden stimmt die Chemie überhaupt nicht. Die langweilige völlig überrasschungsfreie Geschichte wird in die Länge gezogen. 90 Minuten hätten es auch getan.
Niemals hat man ein Gefühl der Bedrohung durch den Schurken. Nie werden die Gangster gejagt. Die sicherste Bank in El Paso ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten und der Bösewicht ist nicht richtig böse noch gut. Eher naja.

Der Showdown ist dann auch eher Standart. Und wer meint der wäre toll sollte sich mal den Film "Il Mercenario" ansehen. Zigarren anmachen ist cool. Nur beim 100sten mal in Gefahr nervt es eher. Auch finde ich Eastwood sehr überschätzt und seine Figur leidlich interessant. Tiefe der Figuren ist von keiner Wichtigkeit.

Die Landschaft ist karg und öde. Wer hier wiedereinmal denkt wie fantastisch diese sei, empfehle ich "Silbersattel" sowie "Il Mercenario" und "Geronimo"

Ennio Morricones Musik ist einfach unglaublich. Diese erhebt fast jeden Film aus dem Mittelmaß. Leones technische versiertheit mit Kamera, Licht und Ton ist auch immer wieder grandios, sowie seine Spielereien mit Hüten und die mit den Schnitten. Klasse Kameraperspektiven auch dabei.

So bleibt ein unterm Strich sehenswerter Film, dessen Defizite aber doch unverkennbar sind.

Fazit: Manchmal etwas unnötig Schwermütiger Film, wie sein Regisseur selbst.


7/10 Punkte

"The Green Hornet"- Armutszeugnis eines Regisseurs mit Talent


Was aus Regisseuren wird, die sich des Mainstreams verschrieben haben ist allgemein bekannt, doch ist das Erstlingswerk eines Filmemachers in dem Metier in das er neu einsteigt, nämlich Hollywood, am interessantesten. Schafft er den Spagat zwischen massentauglicher Unterhaltung und seinem Anspruch den er in den Film legt zu verwirklichen? Viele sind gescheitert, ob es nun ein John Woo war oder wie hier ein Michel Gondry ist. Das Studio das hinter dem Film steckt zertört jedes Fünkchen Anderssein im Keim und Filme sind kaum noch zu unterscheiden, selten blitzt noch die Handschrift des Directors auf. Das wohl treffendste Beispiel für den Erfolg dieser Sache ist Tarantino. Er schafft es mithilfe eines großen Studios das hinter ihm steht, einen Film zu machen wie er es möchte und solange es den Leuten als Kult verkauft wird, gucken die Menschen es. Natürlich muss auch Qualität dahinter stehen.

Gondry ist gescheitert. Vielleicht ist es einer Person wie ihm auch egal wie der Film später aussieht, wenn nur das Geld stimmt, doch das bezweifle ich, denn seine Filme waren immer unverkennbar und man wusste das er hinter der Kamera stand. "The Green Hornet" ist alles, nur stillos wie nur irgendetwas. Jede Actionszene ist austauschbar, jeder Spruch altbekannt und jede Slapstickeinlage schon einmal da gewesen, das Problem ist x-mal besser. Wie man wohl auf die, wenn man mal so überlegt gar nicht so schlechte Idee gekommen ist, Michel Gondry für eine Comicverfilmung zu verpflichten?

Wo ist sein Einfallsreichtum geblieben, sein naiver Charme, die Kindlickeit die Dinge zu sehen, all das geht unter. Von einer mehr schlecht als rechten Pointe zu nächsten, ohne Charme, ohne jegliches Gefühl für Rythmus oder Action.
Keine schönen Bilder oder tollen Effekte. Apropos Effekte. Die 3D Technik ist wohl ein Witz und wie immer ein rechtes Ärgerniss. Man sollte die Kinos verklagen für diesen Aufschlag. Selten habe ich eine einfallslosere Einsetzung dieser neuen Möglickeit beobachtet. Hinzu kommt der wohl schlimmste, langweiligste und unsympathischste Sidekick der jüngeren Filmgeschichte. Kaito. Eine Chinese. Unfassbar schlecht ist auch die Chemie von Seth Rogen und ihm. Das passt mal so überhaupt nicht. Schwer zu verstehen auch die Freundschaft der beiden.

Die Geschichte ist so grauenvoll und öde das es einem die Nackenhaare zu Berge stehen lässt. Wo ist die das Neue geblieben? Zwei Leute werden ohne Grund Superhelden und retten Menschen, ach ja dann haben wir ja das Neue, ohne Intention machen sie das.

Ein paar Punkte gibt es für manch lustige Szene mit Rogen und Christoph Waltz und für die Action am Schluss. Cameron Diaz habe ich noch vergessen, die war das eigentliche Sahnehäubchen des Ganzen. Eine so unmotivierte und nervige Performance gab es auch seit langem nicht. Zu Christoph Waltz kann ich auch nur sagen das er die Karikatur seiner Rolle des Judenjägers Hans Landa ist. Michel hatte wohl keine Ahnung wie er mit ihm umgehen sollte. Trotzdem bleiben seine Auftritte amüsant anzusehen. Doch das ist eher Waltz Talent zu schulden.

Fazit: Einzigartigkeit eines Regisseurs ist verschwunden, durch einen schlechteren Popcornfilm mit nervigen Schauspielern, dröger Story und uninspiriierter Action. Schade, und eine Fortsetzung brauchen wir wirklich nicht.


3,5/10 Punkte



"L.A. Confidential"- Leerlauf und spannendes Darstellerkino


L.A. Stadt der Engel, Stadt der Nutten und korrupten Cops, Stadt der unerreichten Träume, Stadt der Drogendealer und Gangs.

Curtis Hanson beginnt mit einer packenden Studie über die Society Hollywoods und deren Cops, um dann irgendwann völlig die erzählerische Puste zu verlieren und fast im Mittelmaß des Genres zu landen, sich dann aber besinnt und in der letzten halben Stunde die Spannung nochmal merklich anzuziehen. Positiv hervor stechen der wunderbare Kevin Spacey sowie der von mir unterschätzte Guy Pearce. Danny DeVito ist nur albernes Mittel zum Zweck und die Basinger ist zu lesbisch für die Rolle der Femme Fatale.
Das Buch ist stark, doch wird der ein oder andere Leerlauf der Geschichte nicht richtig umschifft, so dass der Film am Ende zu lang ist. Hanson ist von einem Scorsesse noch Lichtjahre entfernt, aber beweist er hier doch schon ein sicheres Händchen für einen komplexen Stoff.

Fazit: Großstadt Krimi mit einigen Längen, dafür aber mit einer grandiosen Geschichte, stimmungsvoller Musik der 50er und einem Cast zum Niederknien.


7/10 Punkte

"A Single Man"- Kühl-klinische Angelegenheit


Ein Film wie dieser lebt von seiner Hauptfigur. Die Verbindung zwischen ihm und dem Zuschauer ist das elementare, sie bringt die emotionale Tiefe mit sich, wenn diese aber nicht allzu stark ist fällt es einem schwer, so zu leiden und fühlen, wie der Protagonist. Bei mir war es leider mit Firth der Fall. Auch wenn er großartig ist, ich kann nicht mit ihm weinen, traurig werde ich meistens nur durch die herzergreifende Musik des Komponisten.

In einer Sekunde wunderschön, dann wieder langatmig und wieder durch die Dialoge richtig interessant. Eine teils durchwachsene Angelegenheit, das auch durch die total durchkomponierten Bilder verstärkt wird.

Ein wenig zu klinisch und perfekt, wie eine Modenschau. Schön ist nicht gleich immer schön. Trotzdem sieht man einen schön ruhig erzählten Film, der die einen wohl zu recht tief ins Herz trifft, manche Menschen und da schließe ich mich an honorieren alles tolle an dem Film, sind aber nicht richtig getroffen oder emotional überwältigt. Aber sollte ich das dem Film vorwerfen? Ich habe mich dazu entschlossen die Frage mit JA zu beantworten. Denn es ist ja meine persönliche Sichtweise.

Fazit: In seiner Perfektion fast erstickendes Werk, das ein wenig mehr Seele gut getan hätte. Aber toll gespielt und mit himmlischer Musik unterlegt. Wer Colin Firth liebt wird sich nicht in einen Mann verlieben, sondern in den Film, das ist gewiß.


6,5/10 Punkte