Sonntag, 17. April 2011

"Düstere Legenden"- Gut geklaut


Netter Teen-Slasher, der auf der Erfolgswelle von Scream und Ich weiß was du letzten Sommer getan hast mitschwamm. Das Grundgerüst der düsteren Legenden wirkt arg gekünstelt und uninspiriert und passt überhaupt nicht zur nachvollgenden Auflösung. Doch muss man Urban Legend (Originaltitel) zu Gute halten, dass der Film schön gefilmt, teilweise klasse gespielt und atmosphärisch ist. Ein Slasher für nebenbei, nichts wirklich spannendes, aber doch mit Herzblut und einigen Scream Referenzen gespickt.

Fazit: Teenie-Horror mit leichtem nostalgie Faktor, mit etwas entäusschender Auflösung und einem guten Cast. Tut keinem Weh und macht dem Slasher Fan Spaß!!


7/10 Punkte

"Nightmare on Elm Street"- Freddie Goes Classic...


Diesen Film kann wohl als "Slasher" schlechthin bezeichnen. Robert Englund glänzt in der Rolle des Krüger und hat sichtlich Spaß daran. Auch die Jungdarsteller sind sehr überzeugend, was heutzutage ja wirklich selten vorkommt. Und man kann auch sagen das Was Craven einen gewissen Typ für sein final girl hat, denn auch die Sydney aus Scream weißt einige Paralellen zu ihr auf. Die Grundidee ist so klasse und genial umgesetzt, dass man nur sagen kann: Leute des Modernen Horrors, guckt euch einmal einen Craven an, seht wie er Atmosphäre entwickelt, schaut wie er sterotype Charaktere zu Symapthieträgern macht und lernt das es nicht immer nur sinnloser blutige Effekte sein müssen, sondern das man auch anders Spannung erzeugen kann. Man ist der gute alte Teen-Slasher ausgestorben? Oder schafft Craven zum dritten Mal einen Revolutionären Horror, nämlich Scream 4? Wir dürfen bei diesem Mann gespannt sein!

Fazit: Krasser Klassiker des Genres, dessen Setting, Effekte, Schauspieler und die mit genialen Einfällen gespickte Regie einfach überdurchschnittlich überzeugen und jedem Horror Fan bei der letzten Szene des Films, wenn Freddies Lied ertönt ein breites Grinsen ins Gesicht zaubert.


8/10 Punkte

"The Devils Rejects"- Manipulierendes Genremeisterwerk


Fortsetzung von "Haus der 1000 Leichen".

Durch den Kniff die zweiten Teil nun aus der Sicht der Killerfamilie zu zeigen, manipuliert uns Rob Zombie bis zum geht nicht mehr. Wir fiebern, verzweifeln, leiden und lachen mit diesen Psychopathen und müssen uns nachher selber fragen ist das normal? Ja ist es, wenn man Psychos so brilliant in Szene setzt wie Zombie es macht dann ist es okay.

Stilistisch irgendwo zwischen Kill Bill 2 und einem saftigen Western, liefert Rob ein Roadmovie ab das sich gewaschen hat und hat mal wieder eines nicht vergessen. Wo er her kommt. Von der Musik. Also bekommen wir noch einen saftigen Retrosoundtrack auf die Ohren, der das ganze noch perfekt untermalt und uns noch mehr mit dieser "liebenswerten" Familie mitfiebern lässt. Nicht zu vergessen ist außerdem das Zombie seinen Humor nicht verloren hat und so haut er fast in jeder Szene brilliant-bissig-dumpfe Dialoge heraus die einem Tarantino wirklich alle Ehre machen würden.
Bei diesem Kerl bin ich auf weiteres gefasst und komme nicht umhin zu sagen, dass ich sehr traurig bin. Das Ende ist schlimm. So hätte es nicht kommen dürfen, aber nicht zu viel verraten...

Fazit: Saftiges Roadmovie, dass einen manipuliert, einen mitfiebern lässt und nicht vergisst einen grandios zu unterhalten. Großer Trash-Slasher vom Rockschocker Himself.
Danke, Danke dafür.......


9/10 Punkte

"Haus der 1000 Leichen"- Eine grandiose Horrorachterbahn


Rob Zombies "Haus der 1000 Leichen" ist ein Sammelsurium des Skurillen, nahezu jeder Horrorklassiker wird zitiert und wird durch einzelne Szenen geehrt. Ob es nun der völlig gestörte Hinterwäldler Sohn, der an Frankensteins Monster und den Elefantenmensch erinnert oder die Masken einzelner Horrormonster wie zum Beispiel der "Schrecken des Amazonas". Rob scheint das Genre mit HerzBLUT (ja das Blut soll großgeschrieben sein) zu lieben und zeigt dies nicht uneindrucksvoll.

Leider kann man den vier Hauptprotagonisten, die später nur zu Randfiguren degradiert werden keinerlei Sympathie, geschweige denn Empathie entgegen bringen. Das Setting ist trashig, die Gestaltung liebevoll, der Humor böse und schwarz. Doch irgendwie mag man diese kranke Familie. Leider und dies ist ein weiterer Kritikpunkt, verkommt Zombies Gruselkabinett irgendwann zum sinnlosen Zombiehorror (Achtung Wortwitz), der jeglichen Witz und Charme der ersten Stunde vermissen lässt. Trotzdem absolutSehenswerter Erstling des Schockrockers. Partyhorror.

Fazit: Freakshow mit bösem Humor, kranken Einfällen und jede Menge irrwitziger Ideen.
Um es einfacher Auszudrücken: Eine Geisterbahnfahrt. Horrortipp :)


8/10 Punkte

"Up In The Air"- Kino auf Wolke 7


Es gibt diese Filme die dich berühren, die einfach die Zeit stehen lassen und dich dazu zu bringen über dein bisheriges Leben Nachzudenken.

Mit filmischer Einfühlsamkeit nähert sich Reitman dem Thema Freundschaft, Familie und dem Alleinsein. Das oscarreife Drehbuch ist gewitzt und charmant, nie hohl und aufgesetzt, sondern den Figuren entsprechend würdevoll. Auch wenn der Film stetig auf einem Level bleibt und nicht wie es heutzutage üblich ist sich von Höhepunkt zu Höhepunkt zu schlängeln, bleibt er doch durchgehend spannend und rührend.

Wer Clooney als einen schlechten Schauspieler bezeichnet, sollte gesteinigt werden. In jeder seiner Gesten, den coolen Dialoge, dem schelmischen Lächeln und der nachdenklichen Miene schafft er es seine vielleicht etwas plakative wirkende Rolle zu beleben und man weiß zu jeder Sekunde was dieser Mann fühlt. Hinzu gesellt sich noch ein herausragender Cast um Anna Kendrick und Vera Farmiga. Das tolle Drehbuch das auch mit einem Oscar gekürt ist und von einer Buchvorlage adaptiert wurde ist auch ein heimlicher Hauptdarsteller, denn selten habe ich so viel Freude gehabt Dialogen zuzuhören und mich auf das Geschehen einzulassen. Die Adaption ist gelungen.
Es gibt kein Hollywood Ende, keine unlogischen Situationen oder gestelzt coole Sprüche. Alles ist wirklich sensibel angegangen und tieftraurig anzuschauen.

Ein wirklich schön trauriger Film, denn man gesehen haben sollte, wenn man sich selbst manchmal genauso fragt warum man all diese Dinge im Leben tut...

Dazu muss ich noch sagen, wenn weiterhin Leute wie Sandra Bullock Oscars bekommen und ein George Clooney keinen bekommt, muss man sich doch langsam fragen, ob die Academy noch normal ist, naja meistens sind die heimlichen Gewinner eben doch jene die keine Preise bekommen. :)


Fazit: Herzerwärmendes Schauspielerkino. STARK!


10/10 Punkte

"Spurlos- die Entführung der Alice Creed"- Arterton überrascht


Klaustrophobisches Kammerspiel. Genauso klug wie belanglos. Gekonnt höhepunktslos inszeniert, wartet der Film mit seiner eigentlich guten Wendung in der Mitte auf, die wirklich in keinster Form abzusehen war, dennoch bleibt die Bildsprache trocken und blass, die Geschichte erzählt sich aus und die Länge des Films ist zusehens erdrückend, auch wenn es nur 90 Minuten sind. Dafür bleiben die Figuren, so klischeefrei sie teilweise erscheinen, zu eindimensonal.
Bemerkenswert: Gemma Arterton ist schauspielerisch eine kleine rohe Perle, noch nicht perfekt geschliffen aber doch glänzend und schmuckvoll. Potenzial ist vorhanden.
Die anderen beiden Hauptprotagonisten bleiben farblos, glaubwürdig ja, aber das gweisse etwas das sie interessant macht fehlt.

Fazit: Nach der Hälfte immer müder werdendes Thrillerdrama, glaubwürdig verkörpert, twistig, aber zu lang und kalt in seiner Gesamtheit. Überraschender als so mancher Twist, ist da schon die Arterton. Nett, aber kühl.

Bemerkung am Rande: Meine Erwartungen waren nicht niedrig, so wurde ich ein wenig entäusscht, trotzdem möchte ich den Film Thrillerfreunden ans Herz legen. Mit dem Film macht man wenig falsch und interessant ist er ohnehin.


6/10 Punkte

"Orphan"- Die süße Kleine mit dem Hammer




Jaume Collet-Serra (House of Wax) Film "Orphan" ist ein von Anfang bis Ende bedrohlicher Streifen der viel Wert auf Realismus und Charakterzeichnung legt. Ein Horrorthriller mit akzentuiertem Spiel, Suspense und Schocks garniert, aber nicht ünnötig brutal oder eklig.


Vera Farminga mimt die von Leid geplagte Mutter beeindruckend echt und auch die
restlichen Darsteller wissen etwas aus ihren teils genreüblichen Schablonen der Rollen zu machen. Aber jeder muss sich geschlagen geben. Der eigentliche Star ist die gerade einmal 14 jährige Isabelle Fuhrman. Kalt, hart und verführerisch, sie weiß wie sie den Zuschauer in ihren Bann zieht.

Leider gibt es auch hier etwas zu meckern. Der Film mit seiner Länge von 118 Minuten hat zu wenig Drive, erzählt teilweise leider zu sehr in den "Omen" Konventionen und ist generell etwas zu unblutig. Man sollte trotzdem dafür danken das es sich hier nicht um eine fantastischen Film handelt. Völlig frei von Fantasie. Alles rational erklärbar. Desweiteren bietet der Film noch einen herausragenden, manche werden den Kopf schütteln, Endtwist, der den kompletten Film nochmal in einem anderen Licht dastehen lässt. Ein abruptes Ende ist dann noch ein weiterer Kritikpunkt der an sich ansehnlichen Regiearbeit, weit weg vom übertriebenen Splatter eines "House of Wax". Manchmal wirkt das ganze ein wenig unglücklich, als ob der Regisseur mehr Terror-Horror machen wollte, aber Warner ein wenig züchtiger bleiben wollte.

Fazit: Langsam anfangender Horrorthriller, mit zu wenig Tempo, einigen Längen und einem üblichen Storyverlauf. Dagegen steht die Entdeckung Isabelle Furman, ein genialer Twist und gute Charakterzeichnung. Manchmal zu zahmer, aber doch effektiver Horror.

6/10 Punkte


"Harry Brown"- Beklemmende pessimistische Altherrenfantasie mit falscher Botschaft!


Handwerklich sstrein, mit einem tollen Caine, doch rechtfertigt der Film durch seine ruhige Exposition, nur seine unnötige Gewalt gegen Ende. Mittel zum Selbstzweck. Kühler Reißer von der Stange! Die Botschaft, die Polizei kann auch nicht alles alleine, da nehme ich es mal selber in die Hand ist für mich arg ätzend. Bitte versteht mich nicht falsch, ich mag Rachefilme gerne sehen, doch finde ich hier alles zu ernst bebildert, zu realistisch anzusehen. Vielleicht interpretiere ich das alles falsch, aber der Film kann auch als Weckruf gemeint sein. Wacht auf, lasst euch nicht alles gefallen, tut was gegen diese Schweine, wenn möglich auch mit Gewalt. Das ich jetzt zum Moralapostel werde finde ich selbst merkwürdig, doch wo bei "96 Hours" die Action und Unterhaltung im Vordergrund stand ist es hier eher die Botschaft die der Regisseur vermitteln will. Wenn wir dieses Argument einmal ausser acht lassen bemerken wir auch wie dröge dieses Stück Zelluloid ist. Der Unterbau der Figuren ist standartmäßig gehalten. Armer Rentner hat letzten Freund und zieht los um ihn zu rächen und die Peiniger zu foltern.
Kompromisslos und grau. Niemals kommt Freude auf. Keine Hoffnung in Sicht. Oh was für eine böse Welt in der wir doch leben. Da brauchen wir so Menschen wie Harry. Auch wenn wir das niemals machen würden und es gegen das Gesetz ist haben wir doch das Alibi, dass die Menschen die getötet werden doch böse sind. Also nicht aufregen sondern berieseln lassen und sagen: "Hell Yeah zeig es den Pennern!"
Harry bist du ein Held oder selber nur ein verbitterter alter Marine der seine Frustration über sein Leben endlich kanalisieren kann und andere Verbrecher ermordet. Man weiß es nicht...oder vielleicht doch!?

Fazit: Kalkulierter Reißer von der Stange, der nur von Caines Spiel vor dem totalen Absturz gerettet wird...


3,5/10

"Gone Baby Gone"- Überraschend gutes Regiedebüt


"Ben Ist Back, und zwar mit nem Film!"
"Ben wer?"
"Ben Affleck!"
"Was...und der hat Regie gemacht?"
"Joop hat er!"
"Wie jetzt.....und ist der gut?"
"Ohja mein lieber hör gut zu......."

Ein fiebriger Score, elegische Bilder, extravagante schauspielerische Leistungen und eine Regie die zwischen Sozialkritik, Thriller und Krimi gekonnt die Balance hält und einen packt bis zum Ende.

Ben Affleck ist uns ja als Person und Schauspieler ein Begriff, nicht zuletzt weil er für "Good Will Hunting" den Oscar bekam und in Filmen wie "Pearl Habour" und "Daredevil" mit spielte. Mit den beiden Filmen konnte ich nicht viel anfangen und auch mit seinem Spiel nicht. Doch überzeugte er mich in "Jersey Girl" und "Paycheck" und ist mir immer hundert mal lieber als ein ausdrucksloser Matt Damon. Sei es drum, ich kann verstehen das ihn viele als Akteur nicht mögen und ihn annerkennen.

Als ich von seinem Regiedebüt las war ich sehr überrascht und machte mich auf eine Kritikerschelte gefasst, die ausblieb. Und zwar zu Recht.

"Gone Baby Gone" ist ein packendes und stimmiges Stück Film. In der ersten tollen Stunde wird viel Wert auf Charakterzeichnung und die Bezüge der Figuren untereinander gelegt. Die Geschichte scheint logisch und man denkt fast nun ja so ist es wohl. Doch dann holt Affleck den Thrillhammer heraus und serviert uns eine prickelnde letzte Hälfte die noch mit allerlei Wendungen punktet. Besonders sticht Casey Affleck hervor, der einen tollen Spagat zwischen Detektiv der seinen Job macht und betroffenem Mitmensch schafft. Ed Harris als alter Hase im Geschäft macht auch einiges her und der restliche Cast muss sich auch nicht verstecken. Einzig das Drehbuch schwächelt vielleicht ein wenig, denn ich finde die Geschichte ein wenig überkonstruiert. Trotzdem ist das Ende eigentlich nicht vorrauszusehen.

Fazit: Starkes, kraftvolles, sowie packendes Regiedebüt eines Mannes der immer mehr konnte als alle dachten.


8/10 Punkte