
Japan im Jahre 1949:
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"Lache und die Welt lacht mit dir, weine und du weinst allein"
Auf Oldboy bin ich erst Anfang des Jahres gestoßen, obwohl er mir schon von vielen Seiten ans Herz gelegt wurde. Ich hatte zu dem Zeitpunkt fast gar keine Erfahrung mit asiatischem Kino, bis auf die sauschlechten, aber dennoch unterhaltsamen Splatter-Filmchen à la Machine Girl.Jedoch ist Oldboy keiner dieser Filme. Er ist vielmehr eine Rache Epos, was mit dem Begriff "Rache" schon seine Spielchen wagt. Zum Vergleich sei hier mal das von mir sehr geschätzte Kill Bill rangezogen. Im Gegensatz zu Tarantinos Kultstreifen, liegt bei Oldboy der Fokus mehr auf der Geschichte, weniger auf der Gewalt. Das heftigste was der Film zu bieten hatte, war allein psychischer Natur und hat mir die härteste Gänsehaut seit langem beschert. Trotz alledem kommt der Film nicht ganz an Kill Bill ran, was allerdings auch schwer ist, da dieses Racheepos schon seit Jahren mein absoluter Lieblingsfilm ist.
Die Handlung möchte ich so kurz wie nur irgendwie möglich anreißen. Oh-dea-su ist Familienvater, jedoch kein besonders Guter. Am Geburtstag seiner Tocher wird wegen öffentlicher Trunkenheit aufs Revier gebracht. Nachdem ein Verwandter ihn auf Kaution erlöst, verschwindet Oh-dea-su spurlos. Er wird für 15 Jahre in einem kleinen Appartment eingesperrt und hat keine Ahnung wieso. Aber er sinnt auf Rache, sollte er je frei kommen.
Wie der Zufall es so will, wird er auch freigelassen, jedoch gestaltet sich die Rache schwieriger als geplant.
Park Chan-wook schafft es mit Oldboy etwas einzigartiges zu kreieren. Der Film ist soviel mehr als stumpfe Abend Unterhaltung. Mit seinen vielen Zitaten liefert der Film eine Menge Raum für eigene Interpretationen und Wertungen. Manche Leute werden sich höchstwahrscheinlich an der drastischen Thematik stören, aber das Argument lässt sich relativ leicht aushebeln, wenn man die Parallelen zu griechischen Tragödien erkennt, die auch hier vorhanden sind. Denn auch damals ging es schon ziemlich deftig zur Sache.
Die Darstelleriege kann durchaus überzeugen. Eigentlich setzt sich der Film nur aus 3 Hauptpersonen zusammen, was gerade den Europäern das oft schwierige Unterscheiden der asiatischen Gesichter erleichtert ;)
Alles in allem ist der Film ein absoluter Geheimtipp, den jeder gesehen habe sollte.
Auch Verweigerer des asiatischen Kinos werden hier irre helle Freude dran haben. Nicht umsonst ist der Film in meine Top10 der Lieblingsfilme aufgestiegen
stex vergibt 10/10
Krass, so eine Überschrift wollte ich schon immer mal schreiben :D
Ja, also in folgendem Video geben sich Superman und Kick-Ass im Gibson Amphi Theatre ein Stelldichein und trällern allerlei Songs, darunter das von mir sehr geschätzte "Do you realize" von den Flaming Lips.
Der Träger des grünen Neoprenanzugs wird dabei von Jim Carrey verkörpert, der ab morgen ja auch als betrügerische Schwulette in "I love you Phillip Morris" zu sehen ist und der Kryptonitfein Nr.1 ist in diesem Falle Conan O'Brien, der ja leider bei seiner Late-Night Show rausgeworfen und seitdem auf Tour ist.
Herr Carrey unterstützt ihn da des öfteren und wenns sein muss auch als Blasmusiker:
"With no power comes no responsibility"
Nach dem Hit "The Dark Knight" aus dem Jahre 2008 ist es ja erstaunlich still in den Kinos geworden, was Comicumsetzungen betrifft. Vorbei sind die Zeiten, in der sich unsere Lieblingsspinne im Gummieanzug durch die Häuserschluchten schwang, Wolverine mit seinen langen Fingernägeln ordentlich Narben verteilte oder Catwoman bei den Zuschauern spontane Katzenallergien auslöste.
Matthew Vaughn machte es sich nun zur Aufgabe dieser Flaute ein Ende zu setzen und zur Freude des Zuschauers entfesselt er dabei einen Sturm der Anarchie, der wohl jeden in seinen Bann zieht.
Dave Lizewski (Aaron Johnson) ist ein echter Nobody. Er ist weder besonders sportlich, noch besonders attraktiv und als richtig nerdy geht er auch nicht durch, da seine Freunde die Messlatte nochmal ein gewaltiges Stück höher legen. Seine einzige Super-Fähigkeit besteht darin, unsichtbar für Mädchen zu sein. Leider funktioniert das nicht bei Straßengangstern, die ihn nicht gerade selten um sein Hab und Gut erleichtern wollen, während andere unparteiisch daneben stehen und nur zusehen. Diese Lethargie regt den passionierten Comicfreak Dave auf. Wieso greift keiner ein? Wieso schauen alle nur zu, anstatt selber zu helfen und etwas zu ändern und wieso, verdammt nochmal, bestellt sich niemand einen grün-gelben Neoprenanzug im Internet und geht mit Gummieknüppeln auf die Jagd nach Gangstern?
Gerade die letzte Frage nimmt Dave dann doch ein bisschen zu persönlich und landet schnell mit ernsten Blessuren im örtlichen Krankenhaus. Doch schon beim zweiten Anlauf erlangt er dank Passanten, die mit Handykameras seinen Kampf aufzeichnen, landesweiten Ruhm als "Kick Ass". Dass es nicht nur Vorteile hat, sein (maskiertes) Gesicht im Fernsehen zu sehen, muss Dave jedoch schon bald am eigenen Leib feststellen.
Währenddessen meucheln sich Hit-Girl(Chloe Moretz) und Big Daddy(Nicolas Cage) nämlich verdeckt durch die örtliche Unterwelt und setzen den Mafiaboss Frank D'Amico (wie immer der Bösewicht: Mark Strong) in Rage. Der wird bei der Suche nach einem Verantwortlichen bei Kick Ass fündig und der stellt schon bald fest, dass es nicht immer gesund ist, Superheld zu spielen.
Jetzt wo die Story abgehandelt ist, weiß ich gar nicht wo ich anfangen soll...vielleicht bei der bezaubernden Hit-Girl? Spätestens seit dem Red Band Trailer des letzten Jahres hat sie wohl jeden Freund der derben Splatterkost in spontane Jubelschreie ausbrechen lassen. Als kleines, maskiertes Mädel poltert sie mit Schwertern durch die Gegend, schlitzt reihenweise Schurken bäuchlings auf, springt mit einem Affenzahn durchs Bühnenbild und hat dabei immer einen derben Spruch auf den Lippen. Stellt euch einfach eine Mischung aus Kill Bill, John Rambo und dem Gun-Kata Kampfstil aus Equilibrium vor, nur halt mit einer...*hust* 11-jährigen.
Hier mögen sich die Geister scheiden, einerseits ist es bewusste Provokation, wenn das kleine Mädchen mit den Pipi Langstrumpf Zöpfen in die Kamera grinst nachdem sie einem Ganoven das rechte Bein abtrennte, aber genau aus diesem Grunde sollte man sich auch nicht in ethnischen Diskussionen verlieren. Der Film ist Unterhaltung auf höchstem Niveau und ungefähr so Ernst zu nehmen, wie Paris Hilton als Schauspielerin. Man muss sich auf solch einen überdrehten Gewaltgrad einlassen können, aber der Film ist auch so schon nichts für Kinder.
(Anmerkung nebenbei: Es war das erste mal, dass ich vor dem Einlass gefragt wurde, wie alt ich bin!)
Chloe's Auftritte stellen dabei ganz und klar die Highlights des Filmes dar. Immer wenn sie auf der Leinwand erscheint, wird die dreht die Musik auf, die Schnitte werden schneller und (in meinem Fall zumindest) die Lachmuskeln werden bis aufs Äußerste strapaziert. Doch nicht nur sie überzeugt durch gekonntes Over-acting. Spätestens seit "Bad Lieutenant" hat sich Nicholas Cage wieder zum ernstzunehmenden Schauspieler gemausert und in Kick-Ass macht er als liebevoller Vater, der seiner Tochter schonmal in die Brust schießt um ihr Kevlarwesten zu demonstrieren, eine sehr gute Figur. Seine pseudo-neunmalkluge Art erinnert dabei sehr an die Adam West Batman Serie aus den 60ern, eine sicherlich gewollte Anspielung. Der Film ist ohnehin voller Querverweise auf andere Comics oder Filmklassiker, die jedoch nie so erzwungen und ausgekotzt wirken wie in Persiflagen wie "Superhero Movie". Man mag es kaum glauben, aber ein Großteil des Humors ist subtil und ebenfalls Geschmackssache.
Nicht vergessen sollte man auch noch Christopher Mintz-Plasse, der uns allen bestimmt noch als McLovin aus Superbad im Gedächtnis blieb. Er führt als Red Mist ein doppeltes Spiel mit Kick Ass, steht aber nicht so im Vordergrund wie unser Trio und der Antagonist.
Nun noch zu einem Punkt der mir persönlich sehr wichtig ist. Nach dem Lesen des Reviews oder dem Sehen der Trailer könnte man eventuell auf die Idee kommen, es handele sich hierbei nur um eine stumpfe Action-Komödie mit Superhelden Elementen. Doch es steckt hier erstaunlich viel Wahrheit drinne, noch viel mehr als in anderen Comicverfilmungen.
Beispiel: Dave wird als Kick-Ass auf der Straße zusammengeschlagen. Er schafft es aber noch, einen Passanten zu bitten, die Polizei zu rufen. Was macht der Passant? Er rennt ins gegenüberliegende Restaurant, plärrt herum was draußen abgeht und in kürzester Zeit steht eine ganze Brigade Teenies mit gesattelten Handykameras vorm Fenster und filmen das Elend. Voyeurismus wie man ihn leider immer häufiger antrifft und mal ehrlich: Wer von uns hätte anders gehandelt? Letztes Jahr erst starb ein Mensch, der Passanten in der U-Bahn vor Schlägern schützen wollte. Zwar hat er nun das Bundesverdienstkreuz verliehen bekommen, aber was nützt ihm das noch? Leider wird Hilfsbereitschaft in unserer Gesellschaft nur noch getadelt und somit auch nicht gefördert. Kick-Ass tritt einem die Wahrheit mit ordentlich Pfeffer in den Arsch und dort brennt sie noch die Stunden nach dem Kino-besuch.
Um nun langsam mal ein Ende zu finden...
Matthew Vaughn hat es geschafft, einen unglaublich unterhaltsamen und dennoch tiefsinnigen Film über die Passivität unserer Gesellschaft zu erschaffen. Gewürzt hat er diese Erkenntnisse mit wahnsinnig gut inszenierten Actionszenen, die regelmäßig für Gänsehaut sorgen. Audio-visuell hat einfach alles gestimmt und die Choreografien haben mir ein ums andere mal den Mund offen stehen lassen. Verfeinert wird seine "Genre-suppe" mit großartigen Figuren, wie Hit-Girl, die wahrscheinlich auch noch in den nächsten Jahrzehnten auf Faschingspartys vertreten sein wird.
Leider muss ich zugeben, den Comic nicht gelesen zu haben und kann deshalb auch nicht beurteilen ob genau nach Rezept gekocht wurde. Doch dies ändert für mich nichts an meiner Wertung
stex vergibt 9,5 von 10 Butterflymessern
P.S. Allein die Ego-Shooter Szene ist den Kinobesuch wert ;)
Wenn ihr jetzt nur die Hälfte verstanden habt, nehmt es euch selbst nicht übel. Der Film ist ein einziges, wirres Rätsel, voller Storytwists, Szenenwechsel und man scheut sich sogar nicht vor Anspielungen auf die griechische Mythologie. Die hervorragende Melissa George steht dabei im Vordergrund, da sie es im Alleingang schafft, den Film über 90Minuten zu tragen und dabei trotzdem glaubhaft wirkt, was nicht gerade selbstverständlich ist für Personen, die sowohl Held als auch Antagonist spielt.
Apropos "spielen"...
Der Film spielt konsequent mit dem Zeitschleifenfeature und hat sich ein paar wirklich fiese Ideen einfallen lassen. Gerade in diesen Momenten spielt der Film ganz groß auf und das perfide Ende lässt einen ziemlich nachdenklich zurück. Alles in allem ist der Film trotzdem nicht übermäßiges brutal. Inzwischen kann man ihn nahezu überall ab 16 auf DVD und Blu-ray erwerben. In Deutschland lief er gar nicht im Kino, da er in England so katastrophal floppte, mal wieder vollkommen zu unrecht!
Alle, die genauso wie ich, nur noch ein müdes Lächeln für das Horrorgenre über haben, sollten sich diesen Film wirklich zulegen. Es lohnt sich aufgrund des extrem hohen "Wiederschauwerts"!
stex vergibt 8,5/10
"The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford"
Zugegeben, so schön der Titel auch ist, so spoilerbehaftet ist er auch. Das dürfte allerdings dem Großteil des amerikanischen Publikums sowieso egal gewesen sein, da Jesse James, seines Zeichens berühmt-berüchtigter Halunke, einer der ersten Medienstars war, die die amerikanische Geschichte je hervorbrachte. Deswegen wird auch jeder halbwegs gebildete Cowboy wissen, wie Jesse James sein Ende fand.
Doch wer war eigentlich dieser Jesse?
Wie bereits erwähnt, ist der (hervorragend von Brad Pitt gespielte) Cowboy ein Krimineller. Zusammen mit seinen Brüdern machte er 12 Jahre lang Jagd auf die Postkutschen (oder Züge) und Banken des amerikanischen Südens. Inzwischen ist er 34 und versucht nebenbei ein unbehelligtes Lebens mit seiner Frau und seinen 2 Kindern zu führen.
Als er eines Tages aufgrund von Personalarmut mit Strauchdieben und mittellosen Halunken einen Überfall plant, macht er Bekanntschaft mit dem extrovertiertem Robert Ford (Ebenfalls grandios: Casey Affleck). Er ist der jüngste der 5 Ford Brüder und (seiner Meinung nach) Jesses größter Fan. Im Laufe der Zeit bemerkt der verklemmte Bob aber, dass Jesse gar nicht das schillernde Idol ist, dass er sich immer vorgestellt hat...
Mehr werde ich mal nicht zur Handlung vermerken, da ich die wenigen Überraschungen die der Film bietet nicht auch verraten will. Im Laufe der 160 Minuten ereignet sich ein spannendes Katz und Maus und vorallem auch Psychospielchen zwischen den Beiden. Jedoch dauert es eine Weile bis das auch beim Zuschauer ankommt. Der Anfang begeistert noch im grandiosem Westernflair und bestechend schönen Landschaftsaufnahmen, die von einem tollen Score untermalt werden. Gerade auf Blu-ray würde man jeden Grashalm am liebsten einzeln von der Weide tilgen. Jedoch denkt man sich nach der x-ten Landschaftsaufnahme doch, dass es langsam reicht. In der Mitte des Film verliert sich der Film zu oft in Nebenhandlungen und Lapallien. Das ist meiner Ansicht nach dann auch der größte Kritikpunkt. Dafür, dass man schon weiß, wie die Geschichte endet, ist der Film einfach viel zu leer in der Mitte. Man wartet nur darauf, wann es soweit ist und wie es geschieht. Deswegen entfaltet der Film seine wahre Faszination auch erst nach 100 Minuten.
Der Mord und der Epilog gehörten zweifelsohne zum Interessantesten, was ich seit langer Zeit sehen durfte. Allein dafür sollte man sich den Film mal anschauen, doch auch Freunde großartiger Schauspielkunst, Charakterbiografien oder Geschichtlichen Hintergründen sei dieser Faktentreue Film empfohlen. Dafür sehe ich auch gern über die Längen hinweg.
stex vergibt 7/10
Achja und da wir gerade beim Thema sind:
Ich besitze "Todeszug nach Yuma" ebenfalls im Steelbook und muss sagen, dass der Film eine gelungene Modernisierung des Westerns darstellt. Zwar erreicht er nicht die Tiefe von "Die Ermordung...", aber dafür ist auch er auch wesentlich kurzweiliger und unterhaltsamer.
Deswegen kriegt der Film von mir 7,5/10
Anmerkung zur Blu-Ray (Die Ermodung des Jesse James...):
Zwar sind Bild und Sound tadellos, jedoch müssen sie sich im direkten Vergleich den Audio-visuellen Königen "The Dark Knight" und "Iron Man" geschlagen geben. Außerdem ist keinerlei Bonusmaterial vorhanden! Nichtmal Trailer! Das geht absolut gar nicht und ist gerade bei so einer interessanten historischen Materie ein Armutszeugnis.

